
Haarausfall bei Männern ist ein weit verbreitetes Phänomen. Häufig sind genetische Veranlagungen die Ursache, doch Stress, ungesundes Essen oder die Haarpflege können ebenfalls zum Haarverlust beitragen. Lies weiter, um mehr über die verschiedenen Gründe und Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren.
Woher kommt männlicher Haarausfall?
Haarausfall, auch bekannt als Alopezie, kann diffus über den gesamten Kopf hinweg auftreten oder einzelne Bereiche betreffen. Dazu gehören beispielsweise Geheimratsecken oder eine Tonsur, die an einen Mönch erinnert. Kurz: Das Haar wird dünner und wächst langsamer.
Haarausfall kann in jedem Alter auftreten, aber viele Männer erleben einen Anstieg des Haarausfalls im mittleren Alter. Doch was ist schuld am Haarausfall bei Männern? Die Ursachen sowie Handlungsmöglichkeiten sehen wir uns im Folgenden genauer an.
Vererbung: genetisch bedingter Haarausfall durch Hormonveränderungen
In den meisten Fällen wird der Haarverlust vererbt. Ein anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist schon bei der Geburt durch die Gene vorbestimmt. In welchem Alter die Haare letztlich anfangen, auszufallen – ob mit 20 oder 65 Jahren – steht nicht fest. Die Vererbung sorgt dafür, dass das Haar empfindlich auf Testosteron reagiert, vor allem auf dessen Stoffwechselprodukt namens 5α-Dihydrotestosteron (DHT). Es minimiert den Lebenszyklus der Haare, sodass sie zunächst leichter ausfallen und dünner werden. Nach einiger Zeit hören die betroffenen Haarwurzeln gänzlich auf, Haare zu produzieren.
Plötzlicher Haarausfall: Das können die Gründe sein
Auf deinem Kopf oder im Bart bilden sich innerhalb kurzer Zeit kreisrunde kahle Stellen? In diesem Fall kann das Immunsystem dafür verantwortlich sein, dass die Haare ausfallen. Auch eine Pilzinfektion der Kopfhaut (Tinea capitis) kann den Haarverlust auslösen.
Diffuser Haarausfall lässt sich teilweise auf Infektionen, etwa durch Coronaviren, zurückführen.
Lebensstil: Wie Stress und Ernährung mit Haarausfall zusammenhängen
Einige Lebensstilfaktoren können bei Männern zu Haarausfall beitragen. Häufiger Stress und eine ungesunde Ernährung, bei der Nährstoffe fehlen, gehören dazu. Das kann etwa bei einer Essstörung der Fall sein.
Bestimmte Medikamente – zum Beispiel bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion – sind ein weiterer möglicher Auslöser. Die gute Nachricht: Viele dieser Faktoren kannst du beeinflussen. Wir erklären dir, wie!
Haarausfall stoppen – das kannst du tun
Medikamente gegen Haarausfall
Gegen genetisch bedingten Haarausfall anzukommen, ist meist nur schwer möglich. Eine Möglichkeit stellen die Medikamente Minoxidil und Finasterid dar. Sie können das Fortschreiten des Haarausfalls stoppen und das Haarwachstum in gewissem Maße wiederherstellen, insbesondere wenn sie frühzeitig angewendet werden. Diese Medikamente sollten nur nach ärztlicher Absprache eingenommen werden. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Hautirritationen, sexuelle Dysfunktionen und weitere.
Minoxidil:
- Zum Auftragen auf die Kopfhaut
- Erweitert die Blutgefäße und regt die Nährstoffversorgung der Haare an
Finasterid:
- Einnahme in Form von Tabletten
- Hemmt die Entstehung von DHT
Neben den bewährten medizinischen Behandlungen wie Minoxidil oder Finasterid gibt es eine Vielzahl von alternativen Therapien, die bei Haarausfall oft zur Anwendung kommen, jedoch in ihrer Wirksamkeit stark variieren. Besonders Haarwuchsmittel ohne Rezept, die in Apotheken oder im Internet frei erhältlich sind, versprechen häufig schnelle Ergebnisse, doch die tatsächliche Wirkung lässt oft zu wünschen übrig.
Viele dieser Produkte enthalten nicht ausreichend getestete Inhaltsstoffe oder wirken lediglich oberflächlich, ohne die eigentliche Ursache des Haarausfalls zu bekämpfen. Es ist daher ratsam, sich vor der Anwendung solcher Mittel gut zu informieren und im besten Fall einen Dermatologen oder Haarspezialisten zu Rate zu ziehen. Gerade bei unveränderten oder sich verschlechternden Beschwerden ist der Gang zum Facharzt die sicherere Lösung.
Einige Menschen versuchen, das Haarwachstum durch die Einnahme von Prohormonen oder Steroiden zu erhöhen. Dies ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden, kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen und sollte niemals ohne ärztliche Überwachung erfolgen.
So beugst du Haarausfall auf natürliche Weise vor
- Achte auf eine ausgewogene Ernährung, vermeide extreme Diäten und greife gegebenenfalls auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, wenn dein Arzt das Go dazu gibt. Einige Studien legen nahe, dass Nahrungsmittel mit einem höheren Gehalt an Zink, wie Rindfleisch, Kürbiskerne und Nüsse, positive Auswirkungen haben können.
- Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Krafttraining, können deine Gesundheit und so auch dein Haarwachstum unterstützen.
- Nutze Haarpflegeprodukte, die für Volumen und Struktur sorgen, sowie Kräutertinkturen, die das Wachstum steigern. Bei der Anwendung kannst du deine Kopfhaut sanft massieren, um die Durchblutung anzuregen. Vermeide Gels, die dein Haar beschweren, und verzichte möglichst auf Hitze durch Glätteisen oder Föhn.
- Probiere natürliche Heilmittel aus. Rosmarinöl wird beispielsweise eine durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben, die das Haarwachstum anregen und die Haarwurzeln stärken kann. Aloe Vera wiederum beruhigt die Kopfhaut, fördert die Heilung von entzündeten Stellen und versorgt das Haar mit wichtigen Nährstoffen. Zink, Biotin und Sägepalme sind weitere natürliche Stoffe, die im Kampf gegen Haarausfall unterstützend wirken sollen.
Haarersatzteile und Transplantation
Um einen Haarverlust zu kaschieren, kannst du dir beim Friseur Haarersatzteile anfertigen lassen. Bestimmte Frisuren verleihen dem Haar ebenfalls eine vollere Wirkung. Etwas kostspieliger ist die Eigenhaartransplantation. Dabei werden intakte, Hormon-unempfindliche Haarwurzeln vom Hinterkopf dorthin transplantiert, wo das Haar bereits ausgefallen ist.
Diagnose Haarausfall: Wann sollten Männer zum Arzt gehen?
Wenn mehr als 100 Haare am Tag ausfallen, spricht man von einem verstärkten Haarausfall. Du erkennst ihn daran, dass morgens deutlich mehr Haare auf dem Kissen liegen, als du gewohnt bist, oder dass Stirn, Scheitel oder Hinterkopf kahler wirken. Meist handelt es sich dabei um einen natürlichen Prozess, der mit dem Alter zunehmen kann.
Fallen die Haare jedoch plötzlich aus und hinterlassen kreisrunde Stellen, Rötungen oder Narben, kann ein Arztbesuch Klarheit bringen. In der Regel bist du bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen an der richtigen Adresse.
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Dein 4-Punkte-Plan gegen Haarausfall
- Frühzeitig handeln: Wenn du Veränderungen in deinem Haarwachstum bemerkst, suche zeitnah einen Dermatologen oder Spezialisten auf. Je früher du mit der Behandlung beginnst, desto besser können mögliche Ergebnisse erzielt werden.
- Gesunde Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, insbesondere Zink, Eisen und Biotin, da diese wichtige Nährstoffe für gesundes Haarwachstum sind.
- Medikamentöse Behandlung: Wenn der Haarausfall genetisch bedingt ist, können Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid hilfreich sein. Konsultiere immer deinen Arzt, um die für dich passende Therapie zu finden.
- Haarpflege und Kopfhautgesundheit: Verwende sanfte Haarpflegeprodukte und achte auf eine gesunde Kopfhaut. Massiere die Kopfhaut regelmäßig, um die Blutzirkulation zu fördern und das Haarwachstum zu stimulieren.